Lebendiges Eiweiß für optimale Performance

Viele Experten werden nicht müde zu betonen, wie wichtig eine eiweißhaltige Ernährung für das Abnehmen und zur Optimierung der Gesundheit ist. Mindestens zwei Gramm Eiweiß pro Kilo Körpergewicht vorwiegend aus tierischen Quellen ist ihre Vorstellung.

Aber braucht der Mensch wirklich so große Mengen an Eiweiß, vor allem aus Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten, um seine Gesundheit zu optimieren?

Als Verfechter einer kalorien-reduzierten Ernährungsweise (CRON = Calorie Restriction with Optimal Nutrition) habe ich da meine Zweifel. Ich bin der Meinung, dass der Mensch wenig, aber qualitativ hochwertiges und vor allem lebendiges Eiweiß aus Rohkost braucht. In diesem Fall ist weniger mehr, vo-rausgesetzt, das Eiweiß ist bereits vorverdaut und kann vom Darm leicht assimiliert werden.

Viel Eiweiß aus tierischen Quellen kann zu Entzündungen führen, so das Ergebnis der bahnbrechenden „China Study“ von Professor T. Colin Campbell. Veganes Eiweißpulver ist zwar weniger problematisch, kann aber dennoch die feinen Körperkanäle verschlacken und ein Gefühl von Schwere vermitteln.

Eine optimale Ernährungsweise besteht in erster Linie aus Wildkräutern, Sprossen, Gemüse, Obst und glutenfreiem oder -armem Getreide, alles gesunde Kohlenhydrate. Mindestens 80 Prozent sollten aus enzymhaltiger Rohkost stammen. Eiweiß und Fett bilden zusammen einen Anteil von 25 bis 30 Prozent, Kohlenhydrate überwiegen mit 75 bis 80 Prozent Anteil. Werden diese Voraussetzungen erfüllt, wird der Körper schneller entgiftet und das Immunsystem besser gestärkt.

Je optimaler der Stoffwechsel arbeitet, desto weniger Eiweiß brauchen wir. Das scheint wie ein Naturgesetz zu funktionieren. Der Stoffwechsel wird reibungsloser arbeiten, wenn man Detox-Maßnahmen wie Ayurveda-Panchakarma-Kuren, Intervall-Fasten und das Niacin-Detox-Verfahren regelmäßig durchführt.

Eine tiereiweißbetonte Ernährung kann eine Gewichtsreduktion zwar unterstützen. Das Abnehmen gelingt mit Fleisch, Fisch und Eiern oft schneller, der Gewichtsverlust ist aber meistens nicht nachhaltig. Tierisches Eiweiß in Hülle und Fülle verursacht häufig ein Gefühl von Trägheit und reduziert das Bedürfnis, sich sportlich zu betätigen. Irgendwann macht sich das Eiweißschlemmen negativ bemerkbar, spätestens nach drei bis vier Wochen.

Viel Eiweiß ist mit guter Gesundheit nicht vereinbar, weil es Insulinresistenz, Fettleber und Diabetes Typ II auslösen kann. Der Mensch ist in erster Linie ein Kohlenhydrat-verzehrer und kein Eiweiß- und Fettkonsument, auch wenn die Paleo-Diät zurzeit sehr im Trend liegt.

Mit einer Wildkräuter-Vitalkost-Ernährung wird das Abnehmen besser gelingen als mit einer „ketogenen“ bzw. kohlenhydratarmen Diät. Durch die Wildkräuter-Vitalkost lässt sich ca. ein Drittel der Kalorien einsparen und das bei einer sehr hohen Sättigung.

Auch mit veganem Eiweißpulver habe ich weniger gute Erfahrungen gemacht. Eine bessere Alternative wäre aus meiner Sicht der Verzehr von Sprossen, Sprossensäften sowie milchsauer vergorenem Miso. Auch die milchsauren Sprossen-Fermentsäfte haben sich bewährt.

Sprossen und daraus gepresste Säfte liefern vor allem vorverdaute Eiweißbausteine in Form von freien Aminosäuren, die im Darm leicht assimiliert werden. Das ist nicht der Fall bei den Paleo- und Keto-Diäten, die derzeit wie Pilze aus dem Boden sprießen. Sie nennen sich Atkins, South Beach, Metabolic Balance oder Paleo. Sie versprechen Hilfe, um Muskeln aufzubauen und Fettpolster zu schmelzen. Viele „Experten“ empfehlen sogar den Konsum von tierischem Eiweiß bei jeder Mahlzeit. Bestärkt von den Experten essen US-Amerikaner im Schnitt 100 Kilo rotes Fleisch und Geflügel pro Jahr. Fisch, Eier und Milchprodukte sind nicht mit eingerechnet. In keinem anderen Land leiden die Menschen mehr unter Krebs-, Demenz- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie in den USA. Eine Folge dieser Ernährungsweise? Die Deut-schen kommen auf gut 60 Ki-lo Fleisch pro Jahr, das ist auch kein kleiner Berg.

Fleisch wird fast immer gegrillt oder gebraten, die hohen Gartemperaturen erzeugen durch die Bildung von heterozyklischen Aminen und F1-Wachstumshormonen eine toxische bzw. kanzerogene (krebserzeugende) Wirkung. Zum Fleischverzehr sollte man grundsätzlich darauf achten, dass die Gartemperatur unterhalb von 80 °C bleibt, um das Eiweiß nicht unnötig zu denaturieren.

Laut Dr. Klaus Jürgen Mielke, einem Ernährungsforscher, ist die Verstoffwechselung von tierischem Eiweiß deshalb so problematisch, weil sich ab einer Gartemperatur von mehr als 80 °C die feinen Eiweißstränge deformieren und für den Stoffwechsel zum Teil unbrauchbar werden. Das denaturierte Eiweiß wird entweder in Zucker umgewandelt oder als Eiweißschlacken deponiert, wichtige Auslöser für Diabetes, Entzündungen, Gefäßablagerungen und Herz-Kreislauf-Krankheiten. Laut Dr. Mielke schleppen viele Erwachsene bis zu 20 Kilo Eiweißschlacken mit sich herum, die nicht nur Adipositas, sondern auch chronische Entzündungen und Krebs auslösen können.

Problematisch ist vor allem die Tatsache, dass Eiweißschlacken zu einer Verdickung der Gefäßwände führen. Die Arbeit von Prof. Lothar Wendt hat gezeigt, dass Eiweißschlacken in den Gefäßwänden deponiert werden und damit Entzündungen auslösen können, ein Grund für Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Demenz, Parkinson, hoher Blutdruck, Arteriosklerose und Krebs. Die verdickten Gefäßwände behindern die Versorgung der Zellen mit Sauerstoff. Zellen, die schlecht mit Sauerstoff versorgt sind, können eher entarten.

Lebendiges pflanzliches Eiweiß

Pflanzliches Eiweiß gewonnen aus enzymhaltigen Sprossen ist lebendig und nicht inaktiv wie fast alle Ei-weißpulver. Vom Leben kommt Leben, deswegen bevorzuge ich lebendiges Ei-weiß. Sprossen übertragen massenweise Biophotonen, die die Mitochondrien in den Körperzellen elektrisch aufladen. Damit können die Zellen mehr Energie in Form von ATP aus Sauerstoff herstellen.

Dank des Sprießvorgangs wird das Eiweiß zu 100 Prozent in Aminosäuren zerlegt, die der Darm mühelos aufnehmen und verwerten kann. Das ist nicht der Fall bei tierischem Eiweiß, bei dem der Magen-Darm-Trakt harte Arbeit leisten muss, um aus dem gegarten Fleisch etwas Brauchbares zu verwerten.
Wenn die Magensäure und Enzymsäfte im Magen-Darm-Trakt nicht ausreichen, um gegrilltes Fleisch zu verdauen und zu assimilieren, kann es beim Burger- und Döner-Verzehr Verdauungsproble-me geben. Für eine solche Mahlzeit braucht man gute Verdauungssäfte, die älteren Menschen oft fehlen.

Auch wenn ein Hamburger schnell sättigen kann, werden Stoffwechsel und Immunsystem durch das denaturierte Eiweiß überfordert. Nach einer solchen Fastfood-Mahlzeit werden vermehrt weiße Blutkörperchen ausgeschüttet, ein Zeichen dafür, dass sich das Immunsystem wehrt. Dieser Vorgang wird Leukozystose genannt. Sie ist die Erklärung dafür, warum Rohköstler im Blutbild eine geringere Zahl an Leukozyten aufweisen.

Überschüssiges Eiweiß wird oft in Zucker umgewandelt und kann so zu Insulinresistenz führen, ein potenzieller Auslöser für Diabetes Typ II.

Eiweißschlacken in Verbindung mit gesättigten Fettsäuren aus Fleisch lassen die Insulinrezeptoren abstumpfen, weshalb sie nicht mehr so gut auf Insulin reagieren. Die Folgen sind ein starker Anstieg des Blutzuckerspiegels und ein höheres Entzündungsniveau.

Wenn tierisches Eiweiß in den Organen und Geweben gespeichert wird, können entzündliche und degenerative Krankheiten entstehen, auch Krebs. Das ließ sich inzwischen wissenschaftlich belegen. Viele Wissenschaftler stufen Eiweißschlacken mittlerweile als eine größere Gefahr ein als gesättigte Fette und Cholesterin.

Toxisches Eiweiß erhöht das allgemeine Entzündungsniveau und verstärkt die Giftigkeit von Toxinen, die Krebs auslösen können. Die Voraussetzung dafür, dass Krebs bei Ratten entstehen kann, ist eine tiereiweißhaltige Ernährung in Verbindung mit toxischen Substanzen. Ohne Tiereiweiß würde das zugeführte Gift keinen Krebs auslösen. Mit pflanzlichem Eiweiß zeigte sich keine Entartung. Fazit: Erst durch den Verzehr von tierischem Eiweiß können Gifte Krebs auslösen.

Demzufolge könnte tierisches Eiweiß womöglich die toxische Wirkung von Herbiziden wie Glyphosat verstärken. Glyphosat wird auf ca. 40 Prozent der Ackerfläche in Deutschland eingesetzt.

Mit einer veganen Ernährung wäre Glyphosat also weniger problematisch. Das könnte jedenfalls ein kleiner Trost für diejenigen sein, die viel auswärts, aber nicht biologisch essen.

Jahrelang wurden Cholesterin und Fett von den Experten verteufelt, aber inzwischen gilt es als erwiesen, dass ein Übermaß an tierischem Eiweiß ein viel größeres Problem darstellt, wie Prof. Campbell in seiner berühmten China Study dokumentiert hat. Campbell konnte zeigen, dass chinesische Kleinbauern, die nur wenig Fleisch und kaum Milchprodukte verzehrten, von Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen weitgehend verschont blieben. Wohlhabende Chinesen aus den Großstädten, die regelmäßig Fleisch und Milchprodukte konsumierten, wurden von ähnlichen gesundheitlichen Problemen wie die Menschen in westlichen Industrieländern heimgesucht. Laut Prof. Campbell sind erhitztes tierisches Eiweiß sowie Milchprodukte die Ursache, die die Stadtbewohner in Hülle und Fülle verzehrt haben.

Dennoch bin ich der Meinung, dass es auch einen sinnvollen Verzehr von tierischem Eiweiß geben kann. Dies war die Erfahrung von Dr. Weston Price auf seinen Reisen zu robusten Naturvölkern in den 1930er-Jahren. Hier gilt: Die Dosis macht das Gift. Nicht jeder kommt mit einer streng veganen Ernährungsweise zurecht. Bei kleinen Mengen an tierischem Eiweiß sehe ich keine großen Probleme, vorausgesetzt man achtet auf seine Qualität.

Patienten, die unter degenerativen Erkrankungen leiden, können z. B. von einer Knochenbrühe aus Hühnerknochen sehr profitieren. Die in der Suppe enthaltene Gelatine wirkt ausgleichend auf den Darm und verbessert die Nährstoffaufnahme.

Ein degenerierter und entzündlicher Magen-Darm-Trakt wird fast immer von kleinen Mengen an tierischem Eiweiß wie Gelatine, Knochenbrühe, kalt geräuchertem Fisch oder rohem Eigelb profitieren. Selbst „vegane“ Tiere wie Affen, Pferde und Kühe fressen Insekten, Würmer und Kleinstlebewesen. Lupenreine „vegane“ Tiere wird man in der Natur kaum finden. Daher bin ich skeptisch, ob wir Menschen es schaffen, langfristig mit 100 Prozent veganer Kost auszukommen.

Der amerikanische Krebsarzt Dr. Nicholas Gonzalez aus New York war der Meinung, dass sowohl eine Paleo- als auch eine vegane Ernährungsweise die Heilungsaussichten für Krebspatienten vermindern. Das entspricht auch meiner klinischen Erfahrung. Befindet sich der Darmtrakt in einem degenerativen Zustand, profitieren die Patienten durchaus von kleinen Mengen an tierischem Eiweiß. In solchen Fällen empfiehlt der Ayurveda eine gute Knochen-Gemüse-Brühe.

In früheren Zeiten verzehrte die einfachere Bevölkerung nur an Sonntagen ein Fleischgericht, die übrigen Tage waren weitgehend fleischfrei. Nur die herrschende Klasse ließ sich täglich Tierisches auftischen und wurde dafür mit den „Krankheiten des reichen Mannes“ heimgesucht.

Ich denke, dass der Trend in Richtung vegan geht. Aber diese Transformation könnte einige Generationen in Anspruch nehmen, bis die notwendige metabolische Effizienz in unserem Darm wiederhergestellt ist. Diese Effizienz ist eine wichtige Voraussetzung dafür, mit einer veganen Ernährungsweise einigermaßen klarzukommen.

Ein Problem bei veganem Eiweiß sind die fehlenden Aminosäuren Taurin und L-Acetyl-Carnitin, die in den Mitochondrien, den Energiefabriken der Zellen, Energie freisetzen. Diese Aminosäuren sind auch ein Gewinn für unser Gedächtnis und unsere kognitive Wahrnehmung. Werden sie nicht in den benötigten Mengen geliefert, kann ihr Fehlen Befindlichkeitsstörungen und sogar Gelüste auslösen. Ein rohes Eigelb oder etwas Bio-Räucherlachs wären gute Lieferanten für diese Aminosäuren. Vegane Eiweißprodukte können diese Lücke nicht füllen.

Edgar Cayce, der große amerikanische mediale Heiler, hat häufig über die Vorteile von Gelatine berichtet. Seiner Ansicht nach erhöht Gelatine die Aufnahme von Nährstoffen im Darm um das Fünffache, vor allem in Verbindung mit dem Verzehr von grünem Blattgemüse. Bindegewebe, Knochen, Gelenke, Haut und Haar werden gestärkt und sogar die Hormonsynthese profitiert davon. Nicht ohne Grund bevorzugen Hunde Knochen statt Fleisch.

Seit mehr als 20 Jahren empfehle ich hochgereinigte Gelatine, die aus Fischknochen gewonnen wird. Mein Rezept für gesundes Haarwachstum ist täglich eine Portion heimische Wildkräuter wie Giersch, Brennnesseln oder Löwenzahn in Verbindung mit einem Teelöffel Fischknochen-Gelatine und der Mikromineralien Ur-Essenz, einem organischen Mineralienkonzentrat gewonnen aus dem Substrat eines versteinerten Urwalds in den Rocky Mountains. Dank dieser Nährstoffe gewinnen die Haare mehr Spannkraft und fallen nicht so leicht aus.

Fischknochen-Gelatine schmeckt neutral und ist vielseitig anwendbar, z. B. in einer Götterspeise. Aminosäuren aus der Gelatine unterstützen die Bildung von Neurotransmittern und können den Schlaf verbessern.

Neben Gelatine esse ich ca. 150 Gramm geräucherten Bio-Wildlachs pro Woche, hinzu kommen zwei bis drei weich gekochte Drei-Minuten-Eier, das deckt meinen Bedarf an tierischem Eiweiß. Ich bin durchaus in der Lage, mich vegan zu ernähren, aber ich fühle mich dank dieser kleinen Häppchen besser genährt. Auf Dauer ist eine vegane Ausrichtung für mich weniger effektiv. Es gibt aber einige Menschen, meistens mit einer starken Konstitution gesegnet, die mit rein veganer Kost sehr gut klarkommen. Das ist sehr individuell und abhängig von der entsprechenden Konstitution und gesundheitlichen Situation.

Bei Milchprodukten bin ich eher vorsichtig, weil sie oft die Bildung von Schleim und Schlacken hervorrufen. Es gibt aber durchaus Patienten, vor allem Vata-Typen, die mit der Quark-Leinöl-Speise nach Dr. Budwig (mit unpasteurisiertem Quark) sehr gut klarkommen.

Patienten, die sich sehr einseitig ernährt haben, können extreme Rückfälle in die Schlechtkost erleiden, vor allem dann, wenn sie versuchen, sich zu 100 Prozent vegan zu ernähren. Das kann eine Art Jo-Jo-Effekt auslösen. Besser eine kleine Portion Räucherlachs oder ein leckeres Omelette mit Pilzen als ungebremst in die Schlechtkost-Falle zu geraten. Das ist eine günstigere Lösung als massive Rückfälle mit Pizza-Pasta-Pommes-Fastfood und Fertigessen.

Bei fleischlastigen Menschen kann die Wildkräuter-Vitalkost den Fleischkonsum reduzieren. Das geht in der Regel ziemlich mühelos. Der Bedarf geht ganz allmählich zurück, es entsteht automatisch weniger Verlangen nach Fleisch. Hier hilft der Verzehr von qualitativ hochwertigen Früchten wie Beeren, Granatäpfeln, Aprikosen und vor allem von wilden Früchten wie Wildäpfeln, Heidelbeeren, Kornelkirschen und Feigen. Ein Wildkräuter-Salat mit gekochten Jumbobohnen liefert Vitalstoffe und vollständiges Eiweiß.

Hier spielt die Mineralisierung des Körpers eine wichtige Rolle, um die Gelüste nach tierischem Eiweiß, Stärke und Süßigkeiten herunterzufahren. Wahrscheinlich hat ein sehr ausgeprägtes Verlangen nach Fleisch mit einem Mangel an organischen Mineralien und weniger mit dem Bedarf an Eiweiß zu tun. Das Hybrid-Gemüse im Supermarkt und im Bioladen ist leider nicht optimal mineralisiert. Das ist der Grund, warum nahezu alle Vegetarier und Veganer ein Defizit an Zink und anderen Mineralien aufweisen. Zink ist ein äußerst wichtiges Mineral, welches an mehr als 300 enzymatischen Reaktionen beteiligt und wichtig für die Bildung von Hormonen ist. Woran kann man einen Zinkmangel erkennen? An Rillen und weißen Punkten auf den Fingernägeln sowie an einem schwachen Im-munsystem.

Mit einem Mix aus heimischen Wildkräutern, Mikromineralien, Gelatine und Fermentsäften konnte sich mein 92 Jahre alter Vater von rotem Fleisch verabschieden. Heute isst er maximal zweimal pro Woche Sardinen oder Heringe und ist damit voll zufrieden. Er freut sich über einen schmerz- und entzündungsfreien Körper und ein sehr gutes Gedächtnis.

Eine vorwiegend rohköstliche Ernährungsweise (mindestens 80 Prozent Anteil) unter Einbeziehung von Wildkräutern, Sprossen, Milchsäure (Sauerkraut, Fermentsäfte, Miso), Mikromineralien und häppchenweise tierischem Eiweiß deckt mindestens 98 Prozent aller benötigten Mikro- und Makronährstoffe ab und optimiert den Stoffwechsel. Gelüste und fehlende Sättigung lassen sich damit verhindern. Dann steht nichts mehr im Weg, um Toxine und Schlacken abzubauen, damit es leichter gelingt, sein Idealgewicht zu erreichen.

Seit mehr als 30 Jahren bin ich als Arzt für Ayurveda und Homöopathie am Starnberger See tätig und biete Panchakarma-Detox-Kuren in Verbindung mit einer Wildkräuter-Vitalkost-Ernährung an. Diese Kur wirkt intensiver, wenn die Patienten unsere Wildkräuter-Vitalkost anstelle der traditionellen Ayurveda-Küche mit gekochtem Reis, Linsen-Dal und Gemüse essen. Dank dieser Vorgehensweise lassen sich Ablagerungen und Giftstoffe leichter mobilisieren und ausleiten. Diese Kuren werden auch in Verbindung mit der Gerson-Therapie angeboten, um therapeutisch bei Krebs und degenerativen Krankheiten vorzugehen.

Welche sind die besten veganen Eiweißquellen?

Schon vor 4000 Jahren haben die Chinesen Krankheiten mit Sprossen behandelt, die exzellente Spender von vorverdauten Aminosäuren sind. Eiweiß aus anderen Quellen muss erst im Magen-Darm-Trakt zerlegt werden, bei degenerativen Krankheiten kann das problematisch sein.

Ich setze gerne Sprossen aus Quinoa, Buchweizen, Mungbohnen, Brokkolisamen, Beluga-Linsen und Bockshornklee für Salate und langsam gepresste Säfte ein. Sie enthalten fünf- bis 50-mal mehr Vitalstoffe als Gemüse. Die Aminosäuren aus den Sprossen werden schnell assimiliert und müssen nicht stundenlang im Darm verweilen, bis sie verdaut werden, wie nach einem Burger, bei dem das denaturierte Eiweiß nur zu zehn bis 20 Prozent aufgenommen wird.

Sprossen schenken viel Energie und Beschwingtheit, machen gute Laune und bilden ein wichtiges Fundament für die Wildkräuter-Vitalkost-Ernährungsweise.

Dank des Keimvorgangs werden Proteine in ihre einzelnen Aminosäuren zerlegt oder vorverdaut, was ihre biologische Wertigkeit erhöht. Solche gesundheitlichen Vorteile kann kein rohes oder erhitztes Fleisch bieten.

Patienten, die unter einem geschwächten Verdauungsfeuer leiden, empfehle ich das Trinken von Sprossensäften, da die Assimilation und Verträglichkeit hier am besten sind. Beispielsweise können 200 bis 300 Gramm Mungbohnen-, Linsen- oder Bockshornklee-Sprossen zusammen mit Wildkräutern, Selleriestangen und Karotten in einem Slow Juicer langsam entsaftet werden. Dieses lebendige Eiweiß-Tonikum übertrifft die Wirkung sämtlicher veganer Eiweißkonzentrate. Der Eiweißgehalt von Hülsenfrüchten wie Mungbohnen und Linsen liegt bei ca. 25 Prozent.

Einmal habe ich erlebt, wie eine Krebspatientin nach der operativen Entfernung ihres Magens innerhalb von zwei Monaten sechs Kilo Gewicht zunehmen konnte. Zu Beginn der Therapie war sie nur noch Haut und Knochen. Ihr Geheimnis? Der tägliche Verzehr eines Quinoa-Sprossen-Hummusgerichts. Gute Nahrung ist manchmal die beste Medizin.

Bei diesem Rezept werden pürierte Quinoa-Sprossen fermentiert, um potenzielle Verdauungsprobleme wegen der Phytinsäure oder anderen Lektinen und „Fraßgiften“ zu vermeiden. Die Bioverfügbarkeit der Aminosäuren dürfte so bei 100 Prozent liegen. Es ist ein großer Unterschied, ob der Körper lebendiges oder biologisch inaktives Eiweiß in Form von Pulver erhält. Aus lebendigem Eiweiß entstehen lebendige Menschen.

Weil die meisten Krebspatienten unter einem geschwächten Verdauungsfeuer leiden, sind therapeutische Rezepte notwendig, die eine hohe Bioverfügbarkeit der Vitalstoffe gewährleisten. Patienten, die täglich einen Fermentsaft, einen Wildkräuter-Sprossen-Salat und ein bis zwei grüne, mineralisierte Wildkräutersäfte zu sich nehmen, zeigen die besten gesundheitlichen Erfolge. Neben Ayurveda, Homöopathie und Orthomolekularer Medizin ist die Wildkräuter-Vitalkost meine wichtigste Strategie bei der Behandlung von chronischen und degenerativen Krankheiten inklusive Krebs.

Patienten, die meine Wildkräuter-Vitalkost praktizieren, kommen von industriell hergestellter Nahrung schneller weg und sind auf weniger tierisches Eiweiß angewiesen. Ihr Blutdruck, der Cholesterin- und Blutzuckerspiegel sowie ihre Entzündungsparameter können sich schneller normalisieren, auch eine chronisch entzündete oder verfettete Leber kann sich erholen. Allgemein fühlen sie sich leichter, beschwingter und werden seltener krank.

Intervall-Fasten, Ayurveda Panchakarma, Detox-Kuren, das Niacin-Detox-Verfahren und Kaffee-Einläufe (Gerson-Therapie) sind weitere Maßnahmen, die bei der Behandlung von chronischen Erkrankungen angewandt werden können.

Empfehlenswerte vegane Eiweißquellen:

  • Linsen- und Mungbohnen-Sprossen: ca. 25 Prozent lebendiges und vorverdautes Eiweiß. Hervorragend, wenn sie langsam zusammen mit Gemüse und Wildkräutern gepresst werden – der optimale Slow-Juice-Saft
  • Misopaste aus fermentiertem Soja oder Lupinen: ca. 40 Prozent vorverdautes Eiweiß dank Fermentation, eine japanische Grundzutat
  • Nährhefeflocken (auf Melassebasis): ca. 50 Prozent Eiweiß
  • Frische oder gefrorene Erbsen: ca. 25 Prozent Eiweiß
  • Eingeweichte Leinsamen, Mandeln, Paranüsse, Sonnenblumen- und Kürbiskerne: ca. 20 Prozent Eiweiß
  • Spirulina: ca. 50 Prozent Eiweißgehalt

Tierische Eiweißquellen:

  • Bienen Vitality, ein Fermentprodukt aus Gelee Royale, Perga-Bienenbrot, Propolis und Pollen, gewonnen in einem Naturpark
  • Fischknochen-Gelatine
  • Geräucherter Wildlachs
  • Rohes Eigelb (z. B. in einem Schmierstoff-Fett-Smoothie, in der Budwig-Quarkspeise oder in einem Dessert)
  • Bei Bedarf zwei bis drei weich gekochte Drei-Minuten-Eier pro Woche

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